Eine Brille für alles – Wieso du immer kurzsichtiger wirst

Bei Optiker bekommen wir genau eine Brille für alle Zwecke. Das ist zwar praktisch, sorgt aber unter anderem auch dafür, dass du Jahr für Jahr stärkere Gläser brauchst. Warum das so ist und wie du das verhindern kannst, darum geht es hier.

Profi-Thema! Stelle sicher, dass du verstanden hast, wie Kurzsichtigkeit entsteht, wie Brillen funktionieren und was Dioptrien anschaulich bedeuten. Was hat es mit progressiver Myopie und hyperoper Defokussierung auf sich? Aber selbstverständlich weißt du Bescheid. 😉

Eine Brille für alles — praktisch aber problematisch

Die übliche Annahme ist, dass deine Augen kaputt sind, dass dein Augapfel falsch aufgebaut ist, und dass es nur eine Möglichkeit gibt, das zu beheben: Eine Brille.12

Das Einzige, was deine Brille aber macht, ist den Fokus in deinem Auge zu verschieben. Vollkommen unabhängig, ob du gerade nahe oder ferne Objekte anschaust, die Brille macht immer das gleiche. Das kann ziemlich problemantisch werden.

Risiko der hyperopen Defokussierung

Die Brille verschiebt den Fokus im Auge, auch wenn du es gar nicht bräuchtest. Du siehst Objekte, die nah genug an dir dran sind, auch ohne Brille scharf. Zusammen mit der Brille aber steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu hyperoper Defokussierung kommt. Der Fokus wird durch die Brille zu weit nach hinten im Auge verschoben.

Progressive Myopie

Das Auge wächst… und wächst.. und wächst.

Fernbrille für Naharbeit

Das Risiko der hyperopen Defokussierung ist umso größer, je näher die Gegenstände sind, die du anguckst. Deine Brille ist eigentlich dazu ausgelegt, dass du in der Ferne gut sehen kannst. Benutzt du sie aber für Naharbeit, hast du ständig den Reiz, der dein Auge zum Wachstum anregt.

Deine Fernbrille für Naharbeit zu benutzen, ist die Hauptursache, weshalb du immer kurzsichtiger wirst. Einfach, weil du deine Augen ständig dem Reiz der hyperopen Defokussierung aussetzt.

Das Auge passt sich an

Dein Auge macht das, wofür es ausgelegt ist. Es reagiert auf die visuellen Reize, die es bekommt und passt die Länge des Augapfels an. Dazu kommt natürlich noch, dass dein Ziliarmuskel weiter verkrampft, wenn du zu oft und lange nah arbeitest.

Dein Auge funktioniert also genau so, wie es soll. Es ist weder kaputt, noch falsch gebaut oder sonst etwas.

Brille für alles

Gehen ihm nicht irgendwann die Bilder von Brillen aus?

Die Lösung: Nahbrille

Um den wachse größer Reiz zu unterbinden, bietet es sich an, eine zweite Brille bereit zu haben. Eine mit der du bei Naharbeit nur genau so weit gut sehen kannst, wie benötigt, aber nicht weiter. Die Brille lässt dich also zum Beispiel bis zu deinem Bildschirm scharf sehen, weiter aber nicht. Hier beschreibe ich, worauf du dabei achten kannst.

Was bringt das alles?

Wenn du mit der Nahbrille nur bis zu deinem Monitor scharf sehen kannst, muss dein Auge auf so weit weg, wie möglich scharf gestellt sein. Die Möglichkeit einer hyperopen Defokussierung verschwindet praktisch. Der Fokus ist nicht zu weit hinten im Auge, sonder eher zu weit vorne. Genau das, was du möchtest.

Das Auge bekommt nun nicht mehr dauernd das länger wachsen Signal. Somit vermeidest du eine der Hauptursachen für die Verschlechterung deiner Kurzsichtigkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass du jemals wieder stärkere Gläser brauchst, sinkt enorm.

Brille für alles

Es ist super sinnvoll von der eine Brille für alles Einstellung zu zwei Brillen, eine für die Ferne und eine für Naharbeit, zu wechseln. Auch wenn es mit Mühe und Herumexperimentieren verbunden ist, so ist es eine der besten Investitionen, die man für seine Augen machen kann.

Lass mir deinen Kommentar hier, und schreib mir, was du davon hältst. Gib mir ein Like auf Facebook und teile den Beitrag, wenn er dir gefallen hat. Ich freue mich über jede Rückmeldung.

  1. Fielmann. „Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung – sicher keine Augenkrankheiten!“
  2. Fielmann. Kurzsichtigkeit und ihre Ursachen.

34 Kommentare

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  1. Hallo Boris,

    ich kommentiere mal hier, weil das zufällig ganz gut zu meinem aktuellen Stand passt:
    Zunächst mal herzlichen Dank für die Mühe, die Du Dir mit Deinem Blog machst. Wo zwar in englischer Sprache sehr viele der Infos hier in allen Varianten zu finden sind ist es für die, welche vielleicht nicht so gut Englisch sprechen bzw. lesen sicher sehr hilfreich, das auch auf Deutsch vorzufinden. Außerdem ist für die, die nicht so neugierige Forschernaturen sind, ein roter Faden wie hier oft wichtig, um sich in so einem Thema zurechtzufinden.
    Ich habe mir nachdem ich einige Wochen um das Thema herumgeschlichen bin gerade die erste Nahbrille bestellt, und bin gespannt, wie sich das weitere anlässt.
    An dieser Stelle habe ich noch eine Detailfrage an Dich – wie genau misst Du den Leseabstand, wenn Du die Dioptrien bzw “Brennweite” überprüfst? Ich bin mit Maulwurfsaugen in -7 und -5 geschlagen und in den Regionen ist jeder Zentimeter Messgenauigkeit nötig um Veränderungen feststellen zu können. Ich habe natürlich den entsprechenden Beitrag gelesen, aber “bis zum Augapfel messen” ist so eine Sache. Derzeit handhabe ich es so, dass ich den Kontrolltext auf den Tisch lege, einen Zollstock senkrecht auf den Tisch halte an dem ich gewissermaßen entlang schaue und verwende meinen Zeigefinger der den Zollstock haltenden Hand und den äußeren Rand der Augenhöhle als Messpunkt. Geht, aber für mein Gefühl zu unpräzise. Hast Du einen Tipp wie sich das besser messen lässt?
    Und zuletzt an dieser Wand aus Text: Was ich bei sehr vielen Quellen vermisst habe war eine Antwort auf die Frage “Was genau soll ich denn nun eigentlich machen um positive Veränderungen zu bewirken?” Da scheinen die Infos sehr breit gestreut zu sein bzw. manchmal wird regelrecht um den heissen Brei herumgeschlichen. Sehr geholfen hat mir dann dieses Video (https://www.youtube.com/watch?v=x5Efg42-Qn0) mit dem Zugehörigen Beitrag (http://gettingstronger.org/2014/08/myopia-a-modern-yet-reversible-disease/) – vielleicht ist da auch für Dich oder andere Leser etwas interessantes dabei.

    Viele Grüße,

    Robert

    • Hey Robert,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und sorry für die späte Antwort. Bin gerade unterwegs und es gibt hier nicht so wirklich zuverlässigen Internetzugriff.
      Danke für die Quellen. Das hilft sicher dem einen oder anderen weiter. Vieles davon kann ich auch so unterschreiben, wie er es im Video sagt. Super für einen Überblick.
      Zu deiner Frage: Meiner Erfahrung nach, sind cm-Messungen eher mäßig genau. Allein das Messen an sich klappt nicht immer so eindeutig. Außerdem schwankt die Sehweite auch immer und auch einen konkreten Abstand festzunageln, ab dem es unscharf wird, ist nicht immer so genau möglich. Wichtig ist, dass du, zumindest gefühlt, immer an dem selben “Schärfegrad” misst. Dafür bekommst du mit der Zeit auf jeden Fall ein Gefühl für.
      Zum Glück ist es auch nicht unbedingt nötig, super präzise zu messen. Wenn es zu Verbesserungen kommt, wirst du es merken, da deine Messungen dann um einen neuen Mittelwert schwanken.
      Auch gut finde ich, sich eine Art Highscore-Liste zu machen und dort, das Beste Ergebnis festhalten.
      Falls du es etwas “handfester” magst, kannst du auch z.B. einfach einen Mittelwert über deine letzten fünf Messungen bilden. Eine Möglichkeit die Messung an sich präziser zu machen, kenne ich persönlich nicht. Ist aber auch nicht unbedingt nötig, um Verbesserungen zu bemerken.

      Hoffe das hilft! Viele Grüße aus Bischkek
      Boris

  2. Hallo Boris,

    besten Dank für Deine Antwort, das hilft mir auf jeden Fall weiter. Wahrscheinlich ist es auch die anfängliche Versessenheit auf Erfolge, die da nach der Frage zu mehr Genauigkeit verleitet – dieses erste “Ja es tut sich etwas”. Dabei weiß wahrscheinlich jeder, der mal Krafttraining gemacht hat, daß Erfolg oft nicht in “mehr stemmen können” resultiert sondern eher in diesem gefühlten “hey es fühlt sich auf einmal leichter an als vor ein paar Wochen”. In diesem Sinne vielleicht einfach erstmal machen und später dann mal – schauen-
    Noch einen schönen Abend,

    Robert

    • Hi Robert,

      ich kann das bestätigen, ich habe selber gerade (vor einer Woche) angefangen, meine cm zu messen, nachdem ich die Seite hier gefunden hatte, und bei mir ist es genauso wie bei dir (habe auf beiden Augen ca. 8-9 dpt). Die Messungen schwanken beachtlich und ohne langfristigen Mittelwert wird es wohl unmöglich, eine gescheite “Signal to Noise ratio” hinzubekommen.

      Ich benutze übrigens so ein Lineal mit einem langen Platik-Clip, da hab ich dann eine Visitenkarte eingeklemmt die ich hin-und herschieben kann. Damit kann ich zumindest auf ca. 2-3 mm genau messen (ist also immer noch ca. 0,25dpt Unsicherheit…)

      Viele Grüße, Michael

  3. Als kurzes Update: Die “Nahbrille” ist da, allerdings nicht mit den üblichen 1,5-2 Dioptrien weniger die meistens empfohlen werden – mit diesem Stärkenunterschied konnte ich praktisch nichts sehen, halbwegs normales Lesen oder Bildschirmarbeit waren nicht möglich.

    Wenn ich das richtig sehe (haha), ist das aber auch dadurch bedingt, dass bei stärkerer Kurzsichtigkeit die klar erkennbare Weite nicht linear zu den höheren Dioptriewerten, sondern progressiv abnimmt.

    Meine Nahbrille hat also nur ca. 0,5 Dioptrien weniger als die verordnete Alltagsbrille. Ich hoffe sie entlastet die Augen trotzdem bzw. verringert den negativen Veränderungsreiz.

    @Michael: Ich messe inzwischen auch nur alle paar Tage mal, und versuche das einfach entspannt zu sehen und dran zu bleiben. Letztlich ist es ja ein Langzeitprojekt und über die nächsten Monate ergibt sich dann hoffentlich eine erkennbare Tendenz.

    Und ich freue mich auf den Beitrag nächste Woche, wenn Du weiter auf das aktive Fokussieren eingehst, Boris 🙂

    • Hey Robert,

      danke für dein Update! Freut mich, dass du das alles ausprobierst. Super gut!

      Tatsächlich ist die Stärke der Nahbrille eine ziemlich individuelle Sache. Pauschal so und so viele Dioptrien von der “normalen” Brille abzuziehen klappt meiner Meinung nach deswegen nicht. Bei mir zum Beispiel sind es im Moment auch “nur” 0,50 dpt weniger. Das liegt aber auch z.B. daran, dass ich dort keine CYL-Korrektur habe.

      Viel mehr ist es sinnvoll, die Nahbrille so zu wählen, dass man bei seinem bequemen Sitzabstand (der natürlich auch bei jedem individuell ist) gerade so scharf sehen kann. Im besten Fall so, dass man dazu auch aktiv fokussieren muss.

      Für die Zukunft sind aber auch mehr Beiträge geplant, in denen ich noch mehr darauf eingehen werde, wie man eine passende Nahbrille finden kann.

      So oder so ist das ein super Start! Die erste passende Brille zu finden ist immer mit ein wenig Herumprobieren verbunden. Alle nachfolgenden werden einfacher.

      Viele Grüße
      Boris

  4. Hallo zusammen,

    ich habe durch einige Messungen mittlerweile festgestellt, dass meine Schwankung leider ziemlich gross ist, ungefähr 5-8 Millimeter. Bei meiner Kurzsichtigkeit (-8) ist das eine halbe Dioptrie! Ich messe daher jetzt wirklich jeden Morgen und bilde einen Mittelwert für jede Woche. Das glättet die Sache etwas 🙂

    Bisher hat sich noch nicht soo viel getan bei den Zentimeter-Messungen, aber die Bildqualität insgesamt hat sich bei mir im Nahbreich auf einem Auge definitiv deutlich verbessert (das andere Auge kämpft noch, weil meine aktuelle Brille eigentlich 0,75dpt zu schwach ist). Ich führe das hauptsächlich auf die Änderung meiner Gewohnheiten zurück – also rausgehen und in die Ferne schauen statt auf das Smartphone 😉

    Bin mal gespannt, wie sich das entwickelt, wenn ich meine Nahbrille bekomme (ist bestellt) und ich auch am Arbeitsplatz aktiv Fokussieren üben kann 🙂

    Viele Grüße, Michael

    • Super Sache Michael!

      Klasse, dass sich etwas Merkbares tut. Erfahrungsgemäß kommen mit der ersten Nahbrille auch die ersten messbaren Verbesserungen.

      Ich will nicht zu viel versprechen, aber ich denke, dass sich dein Mittelwert in den nächsten Wochen um mehr als 5-8 mm verbessern wird. Du wirst es also merken. Da bin ich zuversichtlich 🙂

      Halte uns gerne auf dem Laufenden.

      Beste Grüße
      Boris

      • Das klingt natürlich ermutigend 🙂 Sobald sich etwas tut, werde ich berichten. Viele Grüße, Michael

  5. So ein Käse 🙂 es ist nicht erwiesen dass ein Auge welches einen fehlerhaften Seheindruck erzeugt (Längenametropie) seine Baulänge ändert. Und ich glaube wir sprechen hier NICHT von Säuglingen!?!?
    war hier irgend eine Art von Fachmann am Werk? Sieht mir alles sehr stark nach Eigendiagnosen aus……! Kauft auch einfach ne vernünftige Brille, hört dabei auf die Erfahrungen eures Augenoptikers und alles wird gut werden !

    P.S.: nutzt die Zeit doch sinnvoller, in der ihr irgendwelche Abstände messt, von denen ihr am Ende doch nur Mittelwerte bildet 😉

    • Ich ergänze nochmal fix, sicherlich gibt es einige Studien die so etwas untersucht haben aber keine davon lässt sich auf das menschliche Auge ummünzen. Es mag bei Tieren mit kurzer Lebenserwartung funktionieren aber das hat nichts mit dem Menschen zu tun.

  6. Oh, ein Troll
    Süß 🙂

    • Also falls man ein Troll ist wenn man diesem Blog nicht blind glauben schenkt, dann bin ich wohl ein Troll! Kannst mich auch gerne Optometristen-Troll nennen wenn du willst!

      • Cool, dann bist du sicher vom Fach!

        Woher weisst du so sicher, dass das Auge nicht auf Defokussierung mit Größenänderung reagieren kann? Gibt es da Studien? Ich bin neugierig 🙂

        Auf der Quellenseite hier sind ja einige Studien verlinkt, die eine Adaptionsfähigkeit zu belegen scheinen. Eine Studie hab ich gefunden, die war sogar an Menschen (wenn auch nicht Langzeit): http://iovs.arvojournals.org/article.aspx?articleid=2126435f

        Aber vielleicht ist das ja alles auch Fake News. Auf was kann man sich heute schon verlassen, da hast du schon recht.

        Und, natürlich ist auch ein Tierversuch keine Garantie, dass es am Menschen klappt, aber das Ergebnis eines Tierversuchs generell nicht übertagbar wäre, würde doch die Medizin sicher nicht für viel Geld so viele Tiere quälen 😉

        Was spricht also dagegen, es einfach mal
        selbst zu testen. Wenn an der Stimulus-Theorie was dran ist – genial. Du hast keine Ahnung, wie gerne ich von meinen -9 runterkomen will. Auf eine Netzhautablösung hab ich keinen Bock.

        Wenn aber deine Theorie stimmt und das Auge reagiert nicht, dann passiert auch nichts. Dann hab ich auch nix verloren.

        Ich traue generell niemandem. Deswegen will ich selber ausprobieren, wer von euch recht hat 😉

  7. Naja ich verfolge etlicher solcher Beiträge: ganz groß im Kommen ist ja auch eine Lochblendenbrille die eine Altersweitsichtigkeit “verschwinden” lassen soll…. Monat für Monat eine andere Lichblendenbrille und siehe da, bald ist die vom Alter geplagte starre Linse wieder quietsch fidel wie die eines Neugeborenen! Ist doch alles Quatsch! So lange mir jemand wie du ( sorry wenn ich dich da jetzt konkret anspreche, aber deine -9 sind halt ein tolles Bsp.!) nicht nachweisen kann dass durch irgendwelche “Selbstversuche” das Auge wieder rechtsichtig wurde, ist das alles Mumpitz 😉 ich hab mich in meinem Bachelor und Master Studium an 2 Hochschulen lange genug mit solchen Studien abgequält um am Ende IMMER zum selben Ergebnis zu kommen: einen konkreten Lösungsansatz welcher auf alle Menschen anwendbar ist gibt es nicht! Natürlich gibt es Reize die nachweislich bestimmte Areale auf der Netzhaut ansprechen aber so lange du kein Säugling mehr bist und dein Auge nicht mehr im Wachstum ist hast du auch keine Chance es baulich (Länge des Augapfels) zu verändern!

    Aber wie gesagt, wenn mir jemand das Gegenteil beweist welches nachhaltig auf die komplette Menschheit (genauer fehlsichtige Menschen) anwendbar ist, DANN nehme ich alles zurück und lasse mich gerne einen Troll schimpfen 🙂 Übrigens wenn es so weit kommen sollte wäre ich arbeitslos! Schönen Dank auch 😀

    • Okay, den Troll nehme ich erst mal zurück, sorry 🙂

      Dein erster Beitrag klang etwas polarisierend, dachte du willst hier nur mal ein paar Leute nerven 😉

      Das mit den Lochblenden-Brillen ist in der Tat ziemlich Banane, keine Frage. Ich habe als Kind auch Lochkameras aus Schuhschachteln gebaut und jeder halbwegs informierte Hobby-Fotograf weiss, dass die Schärfentiefe besser wird mit kleinerer Blende.

      Du schreibst, einen konkreten Lösungsansatz welcher auf alle Menschen anwendbar ist gibt es nicht. Du meinst vermutlich, einen wissenschaftlich belegten Lösungsansatz gibt es nicht. Ich behaupte mal, Lösungsansätze an sich (oder Versuche) gibt es sogar ziemlich viele, zumindest wenn man das ganze Unicorn-Farming im Internet mal betrachtet. Entscheidend ist natürlich letztendlich, ob es wissenschaftlichen Studien stand hält. I.d.R. natürlich nicht, siehe Lochbrille, Bates, etc.

      Es ist für mich als gelernter Wissenschaftler aber nicht ausreichend für eine Schlußfolgerung “das geht nicht”, nur weil es noch niemand wissenschaftlich untersucht hat. Das Argument “ich kenne niemanden bei dem das geklappt hat” zählt für mich nicht als wissenschaftlich belastbarer Nachweis 😉

      (Es gibt sogar Leute im Internet, die Belege für ihren Erfolg mit dieser Methode gepostet haben, aber denen kann man ja auch nicht trauen. Könnte ja gephotoshopt sein.)

      Warum ich persönlich dann denke dass das Auge des Erwachsenen vielleicht doch nicht so starr ist? Ich habe selbst in den letzten Jahren eine interessante Erfahrung gemacht. Nachdem ich vor Jahren mir eine Brille für Naharbeit am Computer zugelegt habe und angefangen habe, mehr Sport draußen zu machen (Laufen, Radfahren), waren meine Werte für fast 10 Jahre stabil, keine Verschlechterung, trotz 8h Job vor dem Computer. Vor vier Jahren dann hatte ich mehrere Veränderungen. Meine Firma hat mir ein Smartphone zur Verfügung gestellt, die Familie bekam Nachwuchs, der Sport wurde zurückgefahren. Weniger Zeit draußen, mehr Zeit vor den Bildschirmen, teilweise sogar draußen Smartphone-Nutzung, ergo, kaum noch Fernsicht. Und flupp haben sich die Augen in 4 Jahren um eine Dioptrie verschlechtert. Da hab ich mich natürlich gefragt, wenn es schlechter werden kann, warum dann nicht auch besser? Kein Augenarzt konnte mir jemals ein stichhaltiges Argument liefern. Es heisst immer nur “geht nicht”. “Es wird immer nur schlechter.” Häh? Was für ne beknackte Biologie ist dat denn?!? ;-D

      Letztendlich bin ich hier (und bei anderen ähnlichen Seiten im Englischsprachigen Netz) hängen geblieben, weil ich die wissenschaftlich hinterlegten Darlegungen und Ansätze gegenüber dem anderen esotherischen Quatsch im Netz interessant finde.

      Daher die Frage, wenn du so überzeugt davon bist, dass es nicht geht, dann müsste es doch dafür auch Belege geben, richtig? Gibt es eine Studie, die eindeutig und unwiederlegbar belegt, dass ein erwachsenes Auge des Menschen seine Größe NICHT ändert bei andauerndem Stimulus durch myope oder hyperope Defokussion? Bzw. dass es nur in die eine Richtung geht?

      Gruß, Michael

      • Michael, wen interessiert denn irgendeine Studie?!
        Der hat oben geschrieben, dass die Länge eines Auge, das nicht mehr im Wachstum ist, nicht mehr veränderbar ist.
        Und du hast ja am eigenen Leib erfahren, dass deine Augen aufgrund stärker Smartphone-Nutzung im Job (hoffentlich nicht in der Kindheit!) noch schlechter wurden.
        Also worüber reden wir hier denn noch?
        Wobei: OK, er hat ein Bachelor- und Master-Studium gemacht!

    • Auf den letzten Satz, den du geschrieben hast, habe ich gewartet, seit ich das hier entdeckt habe.

      “Was?! Wir können doch nicht zulassen, dass die Menschen irgendwann keine Brille mehr brauen! Was meinst du, wie viele Leute da arbeitslos werden?!”

      “Stell’ dir mal vor, niemand hat mehr Krebs, Diabetes, Übergewicht etc. Da werden ja Millionen von Menschen arbeitslos. Das dürfen wir nicht zulassen!

      “Ja, wegen durch Verbrennungsmotoren verursachte Luftverschmutzung kommen jedes Jahr Tausende von Menschen um. Aber wir können doch nicht einfach alles auf Elektroautos umstellen. Die haben viel weniger Bauteile. Da werden doch Zigtausende Menschen in der Zulieferindustrie arbeitslos. Nein, da opfern wir lieber ein paar von uns und richten den Planeten zugrunde!”

      Hör mal zu, Kasper Lemming:
      Vielleicht liegt es ja gerade daran, dass hier KEIN für eine Studie bezahlter, blöd-studierter “Fachmann” am Werk war, dass das ganze stimmt und funktioniert, hä?!
      Und zum Stichwort “Eigendiagnose”: So etwas nennt man “auf die eigene Wahrnehmung vertrauen”. Die ist es auch, der wir Glauben schenken, und nicht blind diesem Blog, du Optometristen-Troll.
      Und was genau wird gut werden, wenn ich auf einen Optiker höre? Vielleicht der Arbeitsmarkt und deine Job-Situation?

      Ich ergänze nochmal fix:
      Verzieh dich jetzt, und lauf deinen Autoritäten hinterher, du Clown!

  8. Als ich Kind war, gab es noch keine Smartphones. Auch keine PCs. Nur wenige C64. Unser Fernseher war noch schwarz-weiss und hatte 3 Programme 😉

  9. Hallo Highcrown,

    warum regst du dich über den Blog und über Menschen auf, die versuchen ihre Sehstärke zu verbessern? Oft regt man sich ja auch auf, wenn man merkt, dass etwas falsch läuft und dass Wissen, dass man immer so gelernt hat und so weitergibt, dass das evtl. nicht das einzig Wahre ist, sondern, dass es auch noch Alternativen sind. Wissenschaftliche Studien sind ja auch oft nicht immer objektiv und es gibt genug Quellen im Internet, in Büchern, bei Kursen, … wo man sich über die Verbesserung der Sehkraft informieren kann, wenn man möchte. Ich habe meine Sehkraft, wie viele andere Leute auch, bereits verbessert. Und nicht deshalb, weil ich zum Optiker oder zum Augenarzt gegangen bin, sondern, weil ich mich über Alternativen informiert habe und ich andere Dinge ausprobiert habe. Und es einfach ein tolles Gefühl ist, dass man selbst etwas für seine Sehstärke/Augen tun kann. Ich möchte nicht von Optiker/Augenärzten/Brillen/Kontaktlinsen abhängig sein. Klar, ich habe mittlerweile eine recht hohe Kurzsichtigkeit, deshalb kann ich auch nicht von heute auf morgen auf meine Brille verzichten, aber in kleinen Schritten geht es voran und es ist toll. Und es kostet öfters Energie, wenn ich zum Optiker gehe und mir eine unterkorrigierte Brille anfertigen lassen möchte, dass ich mir so oft das gleiche ablehnende Verhalten und die gleichen ablehnende Kommentare anhören muss. Am Anfang hat es mir nicht mehr geärgert und verunsichert, mittlerweile stehe ich drüber, weil ich ja weiß, dass mein Augentraining für mich gut ist und dass viel zu wenig Optiker mal über den Tellerrand schauen möchten. Es wäre echt motivierender, wenn man beim Besuch beim Optiker unterstützt wird und man für das Augentraining offener wäre. An was liegt es, dass viele Optiker kein Verständnis dafür haben, dass ihre Kunden sich mit der Verbesserung ihre Sehkraft auseinander setzen möchten? Ist es wirklich nur das Geschäft und das Geld und die Angst keine Arbeit mehr zu haben? Lernt man das in der Ausbildung/im Studium, dass man so ablehnend gegen Augentraining ist? Mich würde das echt mal sehr interessieren, woran das liegt. Ich fände es schön, wenn ich mit meinem Optiker zusammenarbeiten könnte und wir beide für meine Augen das Beste möchten. Hast du auch eine Fehlsichtigkeit? Dann könntest du es ja auch mal ausprobieren? Schaden tut es auf jeden Fall nicht und du könntest aus eigener Erfahrung sprechen und warst nicht mehr angewiesen auf wissenschaftliche Studien.

    Liebe Grüße

    Nina

  10. Ach und übrigens war ich im letzten halben Jahr viel öfters beim Optiker als in den letzten 10 Jahren. Da ich jetzt schon mehrere unterkorrigierte Brillen hab anfertigen lassen. Also habt ihr mich schon mal als Kunden gewonnen, auch wenn ihr nicht offen fürs Augentraining seit.

  11. Ich fürchte fast, dass Highcrown sich jetzt wirklich verzogen hat. Finde ich eigentlich ein bisschen schade. Ich hätte es durchaus interessant gefunden, einmal eine sachliche wissenschaftliche Diskussion darüber zu führen.

    Immerhin kam troz zweimaliger Nachfrage kein Beleg für die Unmöglichkeit der Veränderung durch Stimulus. Ich interpretiere das mal als Teilerfolg. Wenn sogar ein Absolvent von zwei Hochschulen keine wissenschaftliche Begründung aus dem Ärmel schütteln kann… 😉

    Gruß, Michael

  12. Hey zusammen,

    danke für eure Beiträge und den Meinungsaustausch 🙂 Ich finde es super, wenn es zu Diskussionen kommt (dafür sind die Kommentare ja letztlich auch gedacht) und wenn auch unterschiedliche Meinungen und Ansichten geäußert werden. Super Sache das!

    Am gewinnbringendsten läuft das meiner Meinung nach, wenn sich alle Beteiligten auf Augenhöhe begegnen und respektvoll behandelt fühlen. Hinter den Buchstaben, die hier so unschuldig auf dem Bildschirm auftauchen, steckt immer ein real existierender Mensch (außer irgendwelche Spam-Kommentare haben es mal wieder durch dem Spam-Filter geschafft 😀 ). Und oft stecken die wertvollsten Erkenntnisse gerade in den Ansichten und Meinungen, die man bisher komplett für sich ausgeschlossen hat.

    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Diskussionen und viele verschiedene Meinungen. Immer wieder gerne, weiter so. Aber dabei gerne immer schön freundlich bleiben 🙂

    Beste Grüße
    Boris

  13. Lieber Boris,

    danke danke danke. Dass Du Dir so viel Mühe machst und uns allen die Möglichkeit gibst, mit Ausdauer, Wissen und Training die “Glasbausteine vor den Augen” wegzubekommen.
    Motiviert von Deinen Ausführungen, bin ich heute zum Optiker, um mir meine erste Nahbrille zu kaufen. Aber nein, “das machen wir nicht”. “Du musst wissen, dass Deine Augen mit Deiner Fernbrille perfekt eingestellt sind. Wenn wir die Brille schwächer machen, wird Dein Auge faul und Dein Augäpfel wächst weiter. Die Kurzsichtigkeit wird schlimmer. Ich kann Dir daher keine schwächere Brille verkaufen”. Häh? Hat das jemand verstanden? Ich definitiv nicht. Unlogisch ist es obendrein. Ich werde mir meine Nahbrille daher jetzt im Internet besorgen – denn überzeugt hast mich Du, nicht der Optiker. Also: danke für Deine Mühe!

    Alles Liebe,

    Katrin

    • Hey Katrin,

      ja, gern geschehen 🙂 Danke für dein Feedback!

      Mit der Optiker-Erfahrung bist du (leider) nicht allein. So geht es vielen. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass die Optiker-Meinung ja (noch) die gängige ist und auch das, was schon seit Jahren praktiziert wird.

      Letztendlich könntest du ja in ein paar Monaten zu ihm gehen und ihn verantwortlich dafür machen, dass deinen Augen etwas Schlimmes passiert ist, weil er dir die “falsche Brille” nicht ausgeredet hat. Also finde ich die Reaktion schon verständlich. Nur leider absolut nicht hilfreich!

      Zum Glück gibt es ja Alternativen. Falls es für dich eine Option ist, gibts für Brillenpanda-Leser hier auch einen kleinen Rabatt für neue Gläser.

      Viele Grüße
      Boris

  14. Keine Sorge ich bin noch da @Michael
    Musste nur sehr viel arbeiten in letzter Zeit. Täglich Reklamationsbearbeitung auf Grund Unter/Überkorrektion 😂

    Worauf ICH ja die ganze Zeit gewartet hab war der KNACKIGE RABATT AUF NEUE GLÄSER. Die ihr ja alle Nase lang braucht auf Grund euer Eigendiagnosen 🙂
    Eine kleine Kooperation zw. Brillepanda u eyesglass24…. Haha das ist das beste echt *totlach*
    Das wäre jetzt so als würde ich sagen ihr könnt eure Schuhgröße nachhaltig verkleinern wenn ihr euch jedes Quartal 1 Nummer kleinere Schuhe kauft und euch im Nachgang einen Schuhladen vor eure Haustüre stelle. Mit dem ich ZUFÄLLIG eine “kleine Kooperation” eingegangen bin :Das
    Wer is jetzt hier der LEMMING…?
    Was eine Aktion von Boris XD

    Finds übrigens nicht sehr nett dass ich als Troll bezeichnet und angefeindet werde weil ich meine Meinung zu diesem Thema gebe während ein Tobias hier einen vom Leder ziehen darf. Per Definition wäre er ja der Troll.
    Naja aber so ist es eben in diesem Internet heutzutage.

    Lg Highcrown

    • Jo, Tobias hat ganz schön über die Stränge geschlagen, nicht sonderlich konstruktiv. Deshalb steht weiter oben vermutlich auch der Hinweis darauf, bitte respektvoll miteinander umzugehen. So richtig hilfreich und konstruktiv, ist ‘ne Internet-Marketing-Verschwörungstheorie, dass das hier alles nur zur Werbung für ‘ne Drittseite ist, als Antwort auf die Frage, ob du ‘nen Beleg in Form einer Studie dafür hast, dass es nicht funktionieren kann, aber auch nicht oder?

      • Naja ich lockere das ganze Mal ein wenig und beziehe mich auf die Studie die, ich glaube, Michael gebracht hat: es is schon machbar nur bleibt doch die Frage der Größenordnung!
        “Imposed defocus caused small but significant changes in optical axial length (P < 0.0001). A significant increase in optical axial length (mean change, +8 ± 14 μm; P = 0.03) occurred after hyperopic defocus, and a significant reduction in optical axial length (mean change, −13 ± 14 μm; P = 0.0001) was found after myopic defocus." Usw usw.
        Da sind Größenordnungen welche in der Normalen Brillenoptik weder messbar sind noch für den Probanden spürbar ist! Und die Abweichungen welche angegeben wurde liegen vermutlich dem Blutdruck zu Grunde!
        In der Normalen Optik geht es in 0,25 dpt bzw besondere Gläser bei 0,125. Das ist nichts wo ich von einer Veränderung in dem Sinne sprechen würde als dass sich der normale Fehlsichtige seine Augen trainieren könnte. Wenn Du dir deine Brille um einen halben Millimeter falsch aufsetzt hast alles wieder kaputt gemacht!

        Ach esst doch einfach mehr Karotten 🙂

        Gute Nacht
        HC.

      • Die Veränderungen wurden in der Studie aber auch nach 30 bzw. 60 Minuten gemessen. Sogar für diese kurze Zeit ist also tatsächlich eine Veränderung messbar. Dass diese sich bei längeren Zeiträumen vergrößern könnte, erscheint mir jetzt nicht allzu abwegig. Damit will ich nicht sagen, dass das so sein muss, es pauschal auszuschließen, halte ich aber für naiv und zu kurz gedacht.
        Die einzige Brille, die ich besitze, ist übrigens ‘ne Plus-Brille, obwohl ich normalsichtig bin. Die hat mir übrigens ‘ne Optikerin für Prüfungszeiträume verschrieben, nachdem sie mir erklärt hat, dass mein Auge sich verkrampft, wenn ich zu lange nah gucke, und sich entspannt, wenn ich weit weg gucke. Das tue ich in der Prüfungsvorbereitung aber tendenziell zu wenig. Daher kann man – ihre Aussage – versuchen, mit ‘ner Plus-Brille zu simulieren, dass ich weiter weg gucke, und testen, ob das angenehmer für mich ist. War also nicht mal meine eigene Idee, ich wäre gar nicht drauf gekommen.

        PS: Bis zum Ende deines letzten Kommentars hatte ich mich noch über deinen inhaltsbezogenen und relativ konstruktiven Kommentar gefreut.

  15. Und am Ende des Kommentars nicht mehr? Fand das mit den Karotten lustig 🙂

    Das mit der Plus Brille für Schüler, Studenten etc ist nix ungewöhnliches… Akkommodationsunterstützung. Sowas hatte ich im Studium schon auch. Allerdings glaube ich nicht dass es angenehm is die für die Ferne zu tragen. Du bist damit leicht genebelt beim Blick in die Ferne (sofern du keine Sehschwäche hast) aber laut eurer Theorie solltest du es lieber nicht machen da dein Auge ja dadurch fehlsichtig wird?!

    SCHÖNEN ABEND @all

    • Ich fand das mit den Karotten klang eher, als wären sämtliche Kommentare hier ohnehin nicht einer ernsthaften Diskussion würdig. Mag sein, dass ich das falsch verstanden hab.
      Und aufgrund meiner offenbar missverständlichen Ausdrucksweise: Die Idee war natürlich nicht, die Brille den ganzen Tag zu tragen, die war als Lesebrille gedacht (fand ich persönlich übrigens unangenehm). Ich hielt das wohl für zu offensichtlich. 😀

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