Erste schwächere Fernbrille – So findest du die richtige Stärke (1/2)

Um auch langfristig immer klarer und besser zu sehen, ist deine Fernbrille ein wertvolles Hilfsmittel. Wie du die richtige Stärke für deine erste schwächere Fernbrille findest, zeige ich hier.

Profi-Thema! Du weißt, wie Kurzsichtigkeit funktioniert? Du hast deine Nahbrille schon mindestens ein paar Wochen? Sehr gut! Dann lies dir hier durch, wozu du überhaupt eine schwächere Fernbrille brauchst und dann legen wir direkt los.

Deine Augen sind bereit — und du bist es auch

Du hast inzwischen einen Haufen Zeit und Mühe in dein neues Projekt investiert. Kurzsichtigkeit ist nicht mehr das Mysterium, das es mal war. Du hast dich womöglich sogar durch meinen E-Mail Kurs gequält. Vielleicht war es aber auch gar nicht so mühevoll und anstrengend, weil Brillenpanda einfach echt super ist.

Du hast gesunde Naharbeitsgewohnheiten und weißt, was deinen Augen gut tut. Du spürst deine kleinen Freunde wieder und merkst, dass sich etwas tut. Hin und wieder wird deine Sicht plötzlich für ein paar Augenblicke klarer und schärfer. Wahrscheinlich hat sich auch an deinen Sehweiten-Messungen schon ein wenig getan.

schwächere Fernbrille

Deine Augen sind bereit. Sie platzen fast vor Vorfreude. Das Einzige, was sie noch aufhält, ist deine Fernbrille. Wenn wir sie von diesem riesigen Dioptrieklumpen befreien, entfesselt sich das aufgestaute Potential.

Deine Sehweite wird die ersten großen Sprünge machen, die Welt wird klarer, deine Sicht schärfer.

Was du brauchst, um loszulegen zu können

Hier kommt die Checkliste. Das hier ist nichts für den Start der Kurzsichtigkeitsreise. Sorge erst dafür, dass die negativen Reize deine Augen nicht in der Klemmzwinge halten. Mit zu vielen negativen Reizen wird das hier kein allzu angenehmes Unterfangen.

schwächere Fernbrille

Diese vier Punkte sind absolut essentielle Voraussetzungen. Sorge erst dafür, dass sie erfüllt sind, bevor du weiter machst.

1.) Gesunde Naharbeitsgewohnheiten

Du hast die Verspannungen in deinem Ziliarmuskel im Griff. Du spürst, wann deine Augen eine Pause von der Naharbeit brauchen und nimmst sie dir auch. Einen Naharbeitsmarathon von mehreren Stunden ohne Pause hältst du gar nicht mehr aus.

Deine Sehweiten-Messungen sind morgens und abends nahezu identisch. Dein Ziliarmuskel ist am Abend genauso entspannt, wie morgens.

2.) Nahbrille

Bei der Naharbeit benutzt du nur noch deine Nahbrille. Du benutzt sie schon mindestens 30 Tage und hast dich gut an sie gewöhnt. Ein gesunder Sitzabstand zum Bildschirm ist kein Problem für dich.

3.) Aktives Fokussieren

Du weißt, wie aktives Fokussieren funktioniert. Es klappt vielleicht noch nicht immer, aber du weißt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es dir komplett in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Dein Sitzabstand und deine Nahbrille sind so gewählt, dass du ein bisschen aktiv Fokussieren musst, um deinen Bildschirm perfekt scharf zu sehen. Du weißt, wie es läuft: Unscharf… kurz inne gehen… ein oder zwei mal kräftig blinzeln… wissen, dass deine Augen es können und zack… wieder scharf.

4.) Sehweiten-Tagebuch

Du führst ein Sehweiten-Tagebuch und machst Sehweiten- und Snellen-Messungen, um deine Fortschritte festzuhalten. Mehr oder weniger regelmäßig schreibst du dir deine cm-Werte ohne Brille und auch mit deiner Nahbrille auf.

Richtige Stärke finden

schwächere Fernbrille

Du weißt, wie das Spiel läuft. Diesmal nicht für die Nähe sondern für die Ferne. Folgende Dinge brauchst du:

1.) Sehweiten-Messungen und Dioptriewerte

Wie ist deine Sehweite in den letzten Tagen? Was ist dein bestes Ergebnis? Was bedeutet das in Dioptrien? Berechne auch den Mittelwert aus den Messungen der letzten paar Tage.

2.) Stärke deiner aktuellen Fernbrille

Wie sind die Brillenwerte deiner aktuellen Fernbrille? Hier habe ich beschrieben, wie du das herausfinden kannst.

3.) Snellen Messungen mit deiner aktuellen Fernbrille

Wie ist dein Visus mit deiner aktuellen Fernbrille? Welche Zeile kannst du auf der Snellen Tafel erkennen? 20/15? 20/13?

Das ist das Ziel

Bei deiner ersten Nahbrille wollten wir, dass du bis zum Bildschirm scharf sehen kannst. Jetzt geht es um deine Fernsicht. Mit deiner neuen Fernbrille sollst du auch weiter weg scharf sehen können. Allerdings nur, wenn du aktiv fokussierst.

Mit der schwächeren Fernbrille hast du die Chance auf myope Defokussierung auch in der Ferne. Deine Augen merken, dass sie kürzer werden müssen.

Immer schön langsam

Bei deiner ersten Fernbrille wollen wir nicht übertreiben. Mit ihr sollte dein Visus bei etwa 0,7 sein. Du solltest also die 20/30 Zeile auf der Snellen Tafel gut erkennen können (in Innenräumen). Wenn du bei gutem Licht draußen bist, ist dein Visus bei praktisch 1,0. Definitiv gut genug und trotzdem musst du aktiv fokussieren.

schwächere Fernbrille

Wir wollen, dass deine Welt scharf ist. Nichtsdestotrotz wollen wir deine Augen auch ein wenig herausfordern. Aber nur so viel, dass sie auch eine reelle Chance haben, die Herausforderung erfolgreich zu meistern.

Lange Rede, kurzer Sinn: 20/30 auf der Snellen Tafel in Innenräumen mit deiner neuen Fernbrille.

Nah für nah und Fern für fern

Du hast deine Nahbrille für Naharbeit und deine schwächere Fernbrille für alles andere. Du lebst nicht in Verschwommenheit, kannst alles sehen, was du brauchst und trotzdem bekommen deine Augen die Reize, die dich Stück für Stück klarer sehen lassen.

Natürlich trägst du deine “Optiker-Brille”, wann immer es dir gesetzlich vorgeschrieben ist. Bringe weder dich noch andere in Gefahr. Kurzsichtigkeit und Straßenverkehr passen nicht gut zusammen. Und auch hier: Was du mit deinen Augen tust, ist was du tun möchtest. Das hier ist, was ich mache. Was du tust, ist deine Verantwortung.

schwächere Fernbrille

Arbeite die Checkliste ab. Im zweiten Teil zeige ich dir dann, welche Möglichkeiten du hast, um die richtige Stärke herauszufinden. Besorge dir einfach die Messwerte und dann kann es losgehen.

Wir sehen uns im nächsten Beitrag. Lass mir vorher gerne deine Frage oder deinen Kommentar hier. Ich freue mich, wenn ich von dir höre.

2 Kommentare

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  1. Ich verfolge die Seite nun schon seit einigen Monaten und bin sehr angetan, um nicht zu sagen begeistert 🙂 Ich beschäftige mich zwar schon sehr lange mit meinen Augen, aber der Blog hat mich dazu gebracht noch mal einiges zu überdenken.

    Die Strukturierte Art, wie hier regelmäßig aufeinander aufbauende Artikel erscheinen, gefällt mir sehr gut. Ich freue mich schon sehr, wenn es am 26. Januar, mit dem zweiten Teil, weiter geht.

    • Hey Patrick,

      vielen Dank für dein Feedback. Sowas höre ich natürlich gerne! 🙂

      Freut mich, dass dir gefällt, was ich hier fabriziere. Du darfst gespannt sein. Es sind für demnächst noch einige spannende Themen in Planung.

      Viele Grüße
      Boris

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