Falsche Brille – Was passiert, wenn die Brille zu schwach ist?

Oft hört man, dass die Welt untergeht, wenn man eine falsche Brille aufsetzt. Vor allem zu schwache Gläser sollen schlecht für die Augen sein. Was tatsächlich passiert, wenn deine Brille zu schwach ist und wie du damit sogar weniger kurzsichtig werden kannst, erfährst du hier.

Ein Brille kann auf viele Arten falsch sein. Hier geht es um die normalen Dioptrien also die sphärische Korrektur. Unpassende Zylinder-Korrektur oder eine unpassende Achse führen zu astigmatischer Verschwommenheit. Außerdem sollten natürlich Pupillenabstand und co. auch immer richtig berücksichtigt sein.

Zu wenig Dioptrien

Wenn du eine Brille mit zu wenig Dioptrien aufsetzt, ist nicht plötzlich die ganze Welt um dich herum in Nebel gehüllt. Du kannst immer noch scharf sehen, lediglich nicht mehr ganz so weit. Bis zu einer bestimmten Entfernung siehst du alles immer noch kristallklar.

Scharf… nur nicht mehr so weit

Nehmen wir an, dass unser Brillenpanda eine Brille mit -4,00 dpt braucht, um alles komplett scharf sehen zu können. Von nah dran bis theoretisch unendlich weit weg. Wenn wir ihm jetzt eine Brille mit -3,50 dpt aufsetzen, explodieren nicht direkt seine Augen.

Brille zu schwach

Er sieht jetzt lediglich nicht mehr ganz so weit. Zwei Meter weit kann er problemlos perfekt scharf sehen. Danach fängt es an, etwas unscharf zu werden. Mit einer -3,00 dpt Brille sieht er immer noch einen Meter weit perfekt scharf. Mit einer -2,50 dpt Brille immerhin noch knapp 70 cm. (Siehe hier, wie du Dioptrien in Zentimeter umrechnen kannst)

Brillen und der Weltuntergang

Wenn du -4,00 dpt brauchst, aber nur eine -3,00 dpt Brille aufsetzt, ist es so, als wärst du mit -1,00 dpt kurzsichtig. Die Brille korrigiert drei von den vier benötigten Dioptrien, eine Dioptrie bleibt übrig.

Unterschiedlich starke Brillen können also erstmal nichts weiter, als das Licht unterschiedlich weit im Auge zu verschieben. Sie bringen deinen Kopf nicht zum Rauchen und sorgen auch nicht dafür, dass irgendwo ein Vulkan ausbricht. Das Licht fokussiert entweder weiter vorne oder weiter hinten im Auge. Das ist erstmal weder gut noch schlecht.

Brille zu schwach

Die möglichen Folgen einer zu schwachen Brille.

Myope Defokussierung

Der Nachteil an zu schwachen Brillen ist klar. Du kannst nicht mehr alles mühelos scharf sehen. Allerdings gibt es auch Vorteile: Die Chance auf myope Defokussierung steigt. Und genau das ist der Schlüsselreiz, der den Augapfel kürzer werden lässt, wodurch die Kurzsichtigkeit schließlich besser wird. Außerdem kann durch eine angemessen starke Brille der entgegengesetzte Reiz, hyperope Defokussierung, eingedämmt werden.

Nahbrille

Es kann also Sinn machen, wenn du nur die Stärke benutzt, die du auch wirklich brauchst. Wenn du 8 Stunden am Tag vor deinem Computerbildschirm sitzt, der vielleicht 60 cm von deinem Gesicht entfernt ist, wozu dann die volle Dioptrienzahl benutzen?

Das ist auch der Nummer Eins Grund dafür, dass deine Kurzsichtigkeit immer schlimmer wird. Um das zu verhindern, ist eine Nahbrille absolut sinnvoll. Hier findest du, was ich mit Nahbrille meine und wie du die richtige Nahbrille findest. Wichtig ist dann natürlich auch, die Brille richtig zu benutzen.

Falsche Brille

Es gibt im Grunde also keine falsche oder richtige Brille. Leider wird von Optikern und Augenärtzen oft der Eindruck erweckt, dass deine Augen genau diese eine ganz spezielle Brille brauchen. Wenn die Brille zu schwach oder zu stark ist, passiert etwas Schlimmes. Hungersnöte, Naturkatastrophen, explodierende Frösche. Alles auf unpassende Brillen zurückzuführen.

Dass die Brille nicht nur zu deinen Augen sondern auch zu deinem Einsatzzweck passen muss, wird leider meist nicht erwähnt. Vielleicht gibt es ja sogar eine Brille, die zu dir passt und dich Schritt für Schritt weniger kurzsichtig macht?

Brille zu schwach

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9 Kommentare

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  1. Hallo Boris,

    ich habe zudem mehr als einmal die Erfahrung gemacht, dass die dann vom Optiker ganz neu ausgemessene, “einzig richtige” (d.h. mal wieder stärkere!) Brille eigentlich gar nicht gepasst hat, weil meine Augen zum Messzeitpunkt entweder nicht ausgeruht oder sonstwie die Messung ungenau oder übereilt war – bei eigenen cm-Messungen kann man das ja feststellen, wie die Messergebnisse schwanken. Mit dem Ergebnis, dass die neue Brille die beiden Augen unterschiedlich stark korrigierte…. sehr nervig.

    Viele Grüße
    Ida

    • Hey Ida,

      freut mich, dass du deine Erfahrungen teilst 🙂

      Das kenne ich leider auch so ähnlich. Wenn man zwei Sehtest an zwei unterschiedlichen Tagen in der Woche machen lässt, kommen dort sehr wahrscheinlich auch zwei unterschiedliche Brillenwerte heraus.
      Da stellt sich mir persönlich die Frage, wie ernst ich diese eine einzig passende Brillenverschreibung nehmen kann, wenn sie so unterschiedlich ausfällt. Und natürlich woran das liegt und wie sich das selber messen und vielleicht sogar für sich nutzen lässt.

      Finde ich super interessant, was einem so auffällt, wenn man anfängt die ganze Kurzsichtigkeitssache etwas zu hinterfragen.

      Viele Grüße
      Boris

  2. Hallo Boris,

    bzgl. Deiner Antwort an Ida – wenn man eine Brille für mehrere hundert Euro (ver)kauft, dann lässt es sich auch nur begrenzt verständlich machen, dass das nur eine von mehreren ist, die man eigentlich bräuchte, und letztlich ist ja auch der Verkauf von “Sehprodukten” ein Geschäft.
    Auf der anderen Seite fällt mir aber auch der Anspruch der Kunden auf, meistens an die “Halbgötter in Weiß”, der sich aber auch auf die Optiker übertragen lässt – die meisten wollen eine griffige Lösung, bei der man nur ein Medikament schlucken muss oder eine Brille die eben jeden Bedarf abdeckt. Lösungen bei denen man selbst mitarbeiten muss werden von vielen schon wieder weniger gerne genommen.

    Aber eigentlich wollte ich mal wieder ein Update zum Thema Nahbrille geben – ich habe meine nun einige Wochen und hatte jetzt auf der Arbeit auch eine Phase, in der ich den ganzen Tag am PC sitzen musste, also der Härtefall für die Augen.

    Insgesamt ging es ganz gut mit der Nahbrille, wobei ich (was ich aber auch wieder mit meinem starken Sehdefizit (~-7/-5) in Verbindung bringe) gemerkt habe, wieviel die Lichtverhältnisse ausmachen – es war eine eher dustere Woche hier, wenn viel Licht durch die Fenster kam und/oder alle Deckenlampen an waren ging es sehr gut, wenn es dunkler wurde musste ich teilweise wieder zur “normalen” Brille wechseln weil es zu anstrengend wurde.
    Vor allem anfangs hatte ich den deutlichen Eindruck einer Eingewöhnungszeit wo es irgendwann nach ca. 20 Minuten auf einmal Plopp machte und sich die Augen auf die neue Korrektur eingestellt hatten und damit arbeiten konnten.

    Insgesamt also nicht einfach aufsetzen und loslegen bei mir, aber es wird immer besser. Wer anfangs vielleicht Kopfschmerzen hat oder noch nicht so gut mit der Nahbrille klarkommt soll also nicht den Mut verlieren, und vor allem auf gutes Licht achten macht wirklich sehr sehr viel aus (nicht, dass Du das nicht schon mehr als einmal geschrieben hättest)

    Viele Grüße,

    Robert

    • Hey Robert,

      ich freue mich über deinen Kommentar. Sehr schön, dass du schon ein Klick-Erlebnis mit deiner Nahbrille hattest. Es wird mit der Zeit häufiger und müheloser werden. Und tatsächlich ist die dunkle Jahreszeit auch die herausforderndste Zeit, um mit schwächeren Brillen herumzuprobieren. Trotzdem super gut, dass du dich herantraust. Und natürlich: Der Frühling kommt bestimmt!

      Zum Brillengeschäft und der “einfachen Lösung”: Tatsächlich fällt es mir auch immer wieder und eigentlich themenübergreifend auf. Der Großteil der Menschen (mal angenommen ich würde den Großteil der Menschen kennen) sucht immer nach der einfachen, schnellen und am wenigsten herausfordernden Lösung. Diese mag dann zwar das Problem kaschieren, eine echte Lösung ist es aber meist nicht.

      Mache ich aber auch genauso 😀 Und wundere mich, wieso nichts so funktioniert, wie ich will. Aber irgendwann fällt dann der Groschen… Oder auch nicht.

      Viele Grüße
      Boris

  3. Hallo Boris,

    stellst Du den kostenlosen E-Mail-Kurs nicht mehr zur Verfügung. Der Link klappt leider nicht. 🙁

    • Hey Bonnie,

      danke für den Hinweis! Hab nicht mitbekommen, dass hier noch ein Links drin ist.

      Ich muss den E-Mail Kurs leider nochmal komplett überarbeiten. Es wird einen geben, allerdings kann ich noch nicht abschätzen, wann genau. Vermutlich frühestens im April.

      Viele Grüße
      Boris

  4. Sollte die Brille zu schwach sein, so sollte man die Symptome für die falsche Brille nicht ignorieren. Ein Bekannter hat mir erzählt, dass er die getan hat und schließlich mit den Konsequenzen leben musste.

    • Hey David,

      danke für dein Feedback. Das stimmt natürlich! Wenn man denn Unwohlsein, Übelkeit, Kopfschmerzen, etc. erlebt, ist es sinnvoll sich über die passende Wahl der Brille nochmal Gedanken zu machen.

      Inwiefern war die Brille deines Bekannten denn falsch, welche Symptome hatte er und was meinst du mit Konsequenzen?

      Viele Grüße
      Boris

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