Naharbeit vs. Fernsicht

Wenn du hier häufiger Beiträge von mir ließt, kommst du an dem Begriff Naharbeit kaum vorbei. Was ich damit meine und welche Auswirkungen Naharbeit auf deine Kurzsichtigkeit hat, darum geht es hier.

Naharbeit und Kurzsichtigkeit

Naharbeit ist nicht gerade förderlich für deine Kurzsichtigkeit. Moment, sagen wir es, wie es ist: Sie ist einer der Hauptgründe für meine, deine und auch die Kurzsichtigkeit vom Nachbarn. Und auch dafür, weshalb sie mit der Zeit immer schlimmer wird (Warum Kurzsichtigkeit entsteht).

Dein Sehen lässt sich in drei Kategorien einordnen, die alle unterschiedliche Auswirkungen auf deine Kurzsichtigkeit haben: Naharbeit, Fernsicht und den Zwischenbereich.

Was ist Naharbeit?

Auch wenn es sich erstmal so anhört, meint der Begriff Naharbeit nicht nur konkretes Arbeiten, sondern auch alle anderen Aktivitäten, die sehr nahe an deinen Augen stattfinden.

Alles, was näher als etwa einen Meter an deinen Augen dran ist und bei dem du längere Zeit auf diese Distanz fokussierst, ist Naharbeit.

Wenn dein Blick auch immer wieder auf entfernte Objekte geht, ist es keine Naharbeit im eigentlichen Sinne mehr. Auch wenn dein Auge zwar starr und unbeweglich ist, dein Blick aber auf etwas weiter entfernte Dinge fokussiert, fällt das in die Zwischenkategorie.

Naharbeit vs. Fernsicht

Eindeutig Naharbeit

Hier ein paar Dinge, die eindeutig Naharbeit sind. Bei ihnen fokussierst du für längere Zeit auf kurze Distanzen:

  • Alle Tätigkeiten am Computer oder Notebook (arbeiten, spielen, Videos gucken, etc.)
  • Lesen und schreiben
  • Smartphone und Tablet

Das alles sind Aktivitäten, die zur Entstehung von Kurzsichtigkeit beitragen und die eine bestehende Kurzsichtigkeit verschlimmern (siehe hier).

Klar kann man nicht immer darauf verzichten, nah zu arbeiten (muss man auch nicht, yayy!), allerdings gilt:

viel Naharbeit = viel Kurzsichtigkeit

Ferner als Fernsicht

Naharbeit vs. Fernsicht

In die Berge fahren und sich einen Wasserfall angucken: Eindeutig Fernsicht

Fernsicht ist auch ziemlich eindeutig. Alles was weiter als einige Meter entfernt ist, ist Fernsicht. Bewegliche Objekte sind besser als starre. Zu Fernsicht zähle ich zum Beispiel:

  • Spazieren gehen und dabei in die Ferne gucken (also nicht auf den Boden oder aufs Handy!)
  • Aus dem Fenster gucken
  • Menschen/Autos/Fahrräder/Vögel/etc. beobachten

Das alles findet draußen statt. Fernsicht ist innerhalb von Gebäuden fast unmöglich (es sei denn du bist in einem sehr großen Gebäude…).
Fernsicht tut deiner Kurzsichtigkeit gut. Je länger, desto besser. Das Auge passt sich an die Reize an und wird besser darin, weit entfernte Gegenstände zu erkennen (siehe hier).

viel Fernsicht = zufriedene und entspannte Augen

Eindeutig Zwischending

Einige Sachen sind schwer zuzuordnen und daher eindeutig ein Zwischending. Dazu zähle ich Aktivitäten, die zwar nah stattfinden, bei denen deine Augen aber nicht komplett starr sind und Aktivitäten, bei denen deine Augen zwar starr fokussieren, aber die Distanz etwas weiter ist. Zum Beispiel:

  • Fernsehen, Kino (nicht nah, aber starr.)
  • Sich unterhalten (nah, aber nicht starr. Das Auge guckt immer wieder auf weiter entfernte Objekte.)
  • Tanzen (mit jemandem zusammen. Nah aber nicht starr.)
  • Kochen (nah aber nicht starr.)

Diese Dinge sind eigentlich kein Problem. Allerdings nur solange es nicht stundenlang so geht. 5 Stunden auf den TV-Bildschirm starren hat nicht unbedingt einen positiven Einfluss auf deine Kurzsichtigkeit. Hin und wieder: Kein Ding. Aber wenn du das jeden Tag machst, nicht so optimal.

Was tun?

Gönne deinen Augen am besten immer mal wieder Fernsicht. Sorge einfach dafür, dass dein Ziliarmuskel auch Gelegenheit bekommt sich zu entspannen. Naharbeit ist für ihn, was Sit-Ups für deine Bauchmuskeln sind: Anstrengend!

Naharbeit vs. Fernsicht

Juut! Ich hoffe, der Unterschied ist ein wenig klarer geworden (falls er überhaupt jemals unklar war). Lass mir gerne einen Kommentar hier und teile den Beitrag auf Facebook und co. Alleine schon wegen den niedlichen Tierbildern!

2 Kommentare

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  1. Gehört Autofahren in die Kategorie Fernsicht oder Zwischending`
    Leider schaue ich viel zu selten in die Ferne. Und mir stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, beim Spazierengehen keine Brille zu tragen (bei -3 bzw. -3,5 Dioptrie). Oder sollte man zum Training des Auges dann besser eine Brille mit weniger Dioptrie nehmen?

    • Hey Bonnie,

      ich würde Autofahren in die Kategorie Fernsicht einordnen. Allerdings hat man ja dabei (hoffentlich!) eine Brille auf, mit der man alles sehr gut sehen kann. Entsprechend gibts dann auch keine wirkliche Chance auf positive Reize.

      Hin und wieder ein Spaziergang ohne Brille ist ne super Sache! Bei -3,50 bzw. -3,00 dpt dürfte das ja auch gefahrlos drin sein. Allerdings würde ich persönlich bei den Werten nicht jeden Spaziergang ohne Brille machen. Ein wichtiger Faktor ist ja eben auch, dass das Auge die Chance hat, komplett scharf zu stellen.

      Soll heißen: Eigentlich eher mit schwächerer Fernbrille. Aber gerne auch immer mal wieder ganz ohne. Tatsächlich ist für die zweite März-Woche ein Beitrag zu dem Thema geplant.

      Viele Grüße
      Boris

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