Schwächere Fernbrille – Wie du weniger kurzsichtig wirst

Weniger kurzsichtig zu werden ist simpel. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Stärke deiner Fernbrille. Wie du sie nutzen kannst, um deine Augen immer weniger kurzsichtig werden zu lassen, beschreibe ich hier.

Jetzt gehts ans Eingemachte. Das ist definitiv nichts, womit du bei deiner Recherche starten solltest. Wie funktioniert Kurzsichtigkeit? Das solltest du bereits wissen. Auch deine Naharbeitsgewohnheiten solltest im Griff haben. Starte am besten hier.

Bessere Fernsicht durch Fernsicht

So viel ich hier auch von Naharbeit, verkrampften Muskeln und Nahbrillen schreibe, eines ist klar:

Besser Fernsicht bekommst du nur durch Fernsicht.

weniger kurzsichtig

Alles andere wäre, als würdest du versuchen, der weltbeste Schwimmer zu werden, ohne regelmäßig ins Wasser zu springen. Langfristige und anhaltende Verbesserungen kommen nur, wenn du auch an deiner Fernsicht arbeitest.

Lass die Biologie für dich arbeiten

Die Idee dahinter ist simpel. Was wissen wir jetzt? Du weißt,

  1. dass dein Augapfel zu lang ist (sonst wärst du ja nicht kurzsichtig)
  2. dass dein Auge seine Größe verändern kann (und dass es das in den letzten Jahren auch schon gemacht hat)
  3. welchen Reiz dein Auge braucht, damit es kürzer wird (myope Defokussierung).

Was dein Auge braucht, ist Fernsicht mit myoper Defokussierung. Sorgst du dafür, haben deine Augen gar keine andere Wahl, als weniger kurzsichtig zu werden.

Setze den richtigen Reiz und lasse die Biologie die Arbeit für dich machen.

Klingt zu simpel? Du weißt inzwischen, dass ich mir das nicht ausdenke, sondern, dass es den wissenschaftlichen Tatsachen entspricht. Das Auge regelt seine Größe selbst und wird kürzer, wenn es myoper Defokussierung ausgesetzt ist.

Die Frage ist also nicht, ob es funktioniert, sondern ob du es schaffst, den richtigen Reiz zu setzen.

Keine Chance mit negativen Reizen

Wieso dann nicht die Brille aus dem Fenster schmeißen und fertig? Myope Defokussierung ohne Ende!

weniger kurzsichtig

Die besten positiven Reize führen zu nichts, wenn die negativen immer wieder von der Seite zwischen grätschen. Deswegen ist es so wichtig, dass du zuerst deine Naharbeit im Griff hast. Dass du weißt, wann und warum dein Ziliarmuskel verkrampft und wie du ihn wieder entspannen kannst.

Also sammel deine Brille ruhig wieder ein. Wir wollen weder, dass du deine Brille verteufelst, noch, dass du in Verschwommenheit leben musst. Ganz im Gegenteil: Sie ist ein super hilfreiches Werkzeug.

Die ganze Erfahrung soll angenehm und positiv sein. Wenn du nicht weiter als bis zu deiner Nasenspitze scharf sehen kannst, wie entspannt ist dann dein Körper, wenn du plötzlich den ganzen Tag ohne Brille herumläufst?

Schwächere Fernbrille für bessere Reize

Mit deiner jetzigen Brille kannst du nachts im Dunkeln und bei Nebel immer noch die Punkte auf einem Marienkäfer auf der anderen Straßenseite erkennen. Keine Chance auf myope Defokussierung. Keine Chance auf positive Reize und keine Chance für langfristige Verbesserungen.

weniger kurzsichtig

Das, was du von der Nahbrille schon kennst, kommt jetzt auch für die Fernbrille. Wir wollen die Stärke so wählen, dass du problemlos und entspannt durch deine Umwelt navigieren kannst, aber dennoch den Reiz der myopen Defokussierung bekommst. Alles soll scharf sein, aber nur wenn du aktiv fokussierst.

Nummernschild auf der anderen Straßenseite… Du schaust hin, fokussierst aktiv, zack, scharf. Dein Auge bekommt den Reiz, die Biologie macht den Rest.

Hier zeige ich dir, wie du genau das erreichen kannst (ab 19. Januar). Wann hast du zum letzten mal eine schwächere Brille gebraucht? Überhaupt schonmal? Es wird spannend!

weniger kurzsichtig

Logisch? Sinnvoll? Blödsinn? Mit der Niedlichkeit der Tierbilder zufrieden? Lass mir gerne einen Kommentar hier. Ich freue mich über jede Rückmeldung.

Quellen / weitere Informationen

7 Kommentare

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  1. Awwww, die Niedlichkeit der Tierbilder ist super! Sogar die Fischis sind putzig! 😀
    Liebe Grüße
    Isa

    PS: Ich klinge wie der übelste Tierbilder-Psycho oder? 😀

    • Hey Isa 😀

      ich wüsste nicht, was psychopathisch daran wäre, niedliche Tierbilder niedlich zu finden. Ganz im Gegenteil! Ich freue mich, wenn ich nicht der Einzige bin, der die Bilder super findet 🙂

      Viele Grüße
      Boris

  2. Hallo Boris,
    erstmal: ich finde deinen Blog klasse und fiebere wirklich mit, wie es weitergeht. Ich hab total viel gelernt. Danke für deine wahnsinnige Mühe.
    Trotzdem, ich weiß nicht, ob ich es überlesen habe (dann entschuldige), aber ich frage mich, wenn ich meine Pausen bei der Naharbeit mache, also z.B. diese fünf Minuten nach deinem Plan, soll ich da die Fernbrille anziehen und alles in der Ferne schön scharf angucken? Oder geht das auch unscharf, also ohne Brille? Ich sitze, seit ich deinen Blog kenne 🙂 ohne Brille vorm Bildschirm.
    Es geht ja darum, den Ziliarmuskel zu entspannen. Also ich frage mich, entspannt der sich auch, wenn ich in der Ferne nicht scharf sehe *grübel* oder verharrt der womöglich in seinem angespannten Zustand? Ich meine, es ist ja leicht, einfach zum In-die-Ferne-gucken die Brille kurz auf die Nase zu ziehen, aber es interessiert mich einfach.
    Vielleicht kannst du da Licht ins Dunkle bringen.
    PS: Ich freue mich, dass es nun an die Fernbrille geht und ich werde dann meine neue Fernbrille ganz klar über deine angegebene Internet-Seite bestellen. Logisch.

    • Hey Steffi,

      vielen Dank für deine netten Worte. Freut mich, dass du etwas mit den Infos hier anfangen kannst 🙂 Und gute Frage!

      Wichtig ist eigentlich nur, dass dein Ziliarmuskel etwas anderes macht, als er während der Naharbeit macht. Dass er dann woanders hinfokussiert, als er es die ganze Zeit gemacht hat.

      Das heißt, dass es eigentlich keine große Rolle spielt, ob du dabei deine Brille aufhast oder nicht. Hauptsache weit weg gucken. Am besten Objekte, die sich bewegen. Autos, Vögel, Menschen, Baumspitzen, irgendwas. Der Ziliarmuskel kommt dann raus aus dem auf-einen-Punkten-Starren und bewegt sich wieder.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Ob Brille oder nicht, darfst du dir einfach ganz nach Lust und Laune aussuchen. Ist beides gut. Da kannst du nichts falsch machen 🙂

      Viele Grüße
      Boris

      PS: Fühl dich nicht verpflichtet, deine Brille über die Seite zu bestellen. Ich freue mich, wenn ich deinen Augen etwas Gutes tun kann. Wo die Brille dann herkommt, ist doch eigentlich auch egal 😉 Aber falls du dich entschließt, das über die Seite zu tun, freue ich mich natürlich 🙂

  3. Hallo Boris,
    ich habe eine Frage zur Fernsicht: wenn ab einer Entfernung von z.B. 20 cm der verschwommene Bereich beginnt (das Auge also -5D hat), dann beginnt ja für dieses unbewaffnete Auge die “Ferne” bei 20 cm. Bei Betrachtung eines Gegenstandes in, sagen wir, 22 cm Entfernung dürfte dann also der Zilliarmuskel völlig entspannt sein.
    Es ist dann für das Auge kein Unterschied, ob ich ohne Brille in 22 cm Entfernung sehe (mit leichter Unschärfe), oder mit einer etwas schwächeren Brille (z.B. -4,5D) in etwa 2,2 m Entfernung (ebenfalls leichte Unschärfe) und hat den gleichen Trainingseffekt?
    Habe ich das richtig verstanden?

    Nochmals herzlichen Dank für Deine Mühe!

    • Hey Micha,

      gute Frage. Theoretisch ja, praktisch nicht wirklich. Aus Sicht des Ziliarmuskels ist es im Grunde egal. Allerdings ist z.B. die Augenstellung bei Fernsicht eine völlig andere, als auf 20cm Entfernung. Außerdem kommt bei Fernsicht ja auch noch viel mehr Augenbewegung dazu als auf so kurze Distanz.

      Einige (z.B. gettingstronger.org, PowerVisionSystem) versuchen größtenteils den Rand (20cm) immer weiter auszureizen und nur damit die Kurzsichtigkeit weniger werden zu lassen. Klappt laut deren Aussagen auch.

      Ich persönlich halte Fernsicht für einen absolut essentiellen Teil. Darum geht es ja schließlich. Dass die Fernsicht wieder besser wird. Am besten geht das meiner Meinung nach, indem man so viel wie möglich Fernsicht bekommt.

      Viele Grüße
      Boris

      • Ja, das entspricht auch meiner Erfahrung. Ich stelle nämlich fest, daß mir das aktive Fokussieren bei Fernsicht leichter fällt, als bei Nahsicht. Wenn ich (mit schwächeren Gläsern) auf die Zweige eines Baumes sehe, verändern sich die Zweige ständig (klare Doppelbilder wechseln ununterbrochen mit verschwommenen oder auch verwischten Einzelbildern). Wenn ich hingegen ohne Brille einen Text betrachte (leicht verschwommen, ein Auge abgedeckt wg. starker Unterschiedlichkeit der Sehstärken), tut sich fast gar nichts.

        Tschüß und liebe Grüße
        Micha

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