Umgang mit Mehrfachbildern – Mehrfachbilder gezielt auflösen

Du bist also seit einiger Zeit dabei und fragst dich, was das soll? Was soll das Boris? Wieso sehe ich nicht richtig scharf? Sag es mir! Wie du Mehrfachbilder gezielt auflösen kannst, verrate ich dir hier.

Woher kommen die Mehrfachbilder?

Irgendwann lässt du deinen Augen zum ersten Mal Gelegenheit, besser zu werden. Keine überdimensionierten Brillengläser mehr, keine stundenlange Naharbeit ohne Pausen, viel Fernsicht und gutes Licht. Deine Augen reagieren darauf und werden besser. Es tut sich etwas.

Allerdings kommt dein visueller Kortex nicht so schnell mit der Bildverarbeitung hinterher. Die Folge: Das Bild wird zwar hin und wieder deutlich schärfer, aber irgendwie sind da noch zusätzliche unscharfe Versionen, die dir um die Ohren schwirren.

Die Wunderwaffe

Mehrfachbilder gezielt auflösen

Hier kommt die gute Nachricht. Mehrfachbilder auflösen, ist unfassbar simpel. Jeder kann es. Ich kann es, du kannst es und der Nachbar kann es auch. Leider ist die gute Nachricht auch gleichzeitig die schlechte. Wenn du genauso ungeduldig bist, wie ich, wirst du die Antwort nicht mögen.

Was du tun musst, ist nichts. Richtig: Du tust nichts. Dein visueller Kortex braucht einfach unendlich viel Zeit (gefühlte Zeitangabe), um sich auf die neuen Signale einzustimmen. Du musst nichts weiter tun, als ihm diese Zeit zu geben.

Probiere es aus

Du kannst ausprobieren, was ich meine. Nimm dir 10–15 Minuten Zeit, mache es dir bequem, schalte Musik an, wenn du möchtest. Ganz egal.

Mehrfachbilder gezielt auflösen

Suche eine Kombination aus Brille und Sitzabstand, mit der du leichte Mehrfachbilder ausmachen kannst. Setze also zum Beispiel deine Nahbrille auf und vergrößere den Abstand zum Monitor. Alternativ kannst du auch deine schwächere Fernbrille nehmen und noch weiter nach hinten rücken. Oder aber du setzt deine Brille ganz ab (falls du keine allzu hohe Kurzsichtigkeit hast) und suchst dir einen passenden Abstand.

Schaue auf diesen Text

Schaue konzentriert auf die Überschrift. Du musst den Text nicht lesen. Starre ihn einfach an. Nimm ihn nicht als Text, sondern einfach als abstrakte Form wahr.

Atme ruhig, entspanne dich und konzentriere dich auf den Text. Vergiss nicht, regelmäßig zu blinzeln. Eines der Bilder ist am deutlichsten. Konzentriere dich auf die schärfste und dunkelste Version.

Siehst du, wie die anderen Versionen anfangen, umherzuschwirren? Schaue weiter auf den Text. Irgendwann fangen die schwächeren Kopien des Textes an, noch schwächer zu werden oder mit dem stärkeren Primärbild zu fusionieren. Lasse dir Zeit. Beim ersten Mal kann es einige Minuten dauern, bis du überhaupt etwas bemerkst.

Tipps und Tricks

Oft kann es helfen, wenn du versuchst, möglich sanft und vorsichtig zu blinzeln. Auch kann es hilfreich sein, wenn du versuchst, etwas mehr Zeit zwischen den einzelnen Wimpernschlägen verstreichen zu lassen. Achte aber darauf, dass es nicht zu anstrengend für deine Augen wird. Nicht übertreiben.

Mehrfachbilder gezielt auflösen

Am besten klappt das im Freien oder bei guter Beleuchtung. Du kannst einfach ein wenig mit dem Licht, deinen Brillen und dem Sitzabstand experimentieren, bis es bei dir klappt.

Klarheit mit Ende

Bleib dran. Früher oder später, schafft es dein visueller Kortex. Plötzlich wird das Bild wirklich um Längen klarer und schärfer. Du wirst es definitiv bemerken. Plötzlich ist nicht nur die Überschrift scharf, du kannst sogar den kleineren Text perfekt scharf sehen.

Genieße die Klarheit. Erstaunlich, was deine Augen jetzt schon können, oder? Das ist eine gute Vorschau darauf, was in den nächsten Wochen und Monaten passieren wird.

Nach dem Ende

Gönne deinen Augen nach dem kleinen Experiment eine kurze Auszeit. Vielleicht ein kleiner Spaziergang im Freien. Auf jeden Fall ein wenig Fernsicht.

Das hier muss zu keiner regelmäßigen Übung werden. Wann immer du Zeit und Lust hast und einen kleinen Turbo für deinen visuellen Kortex haben möchtest, probiere es aus.

Mehrfachbilder gezielt auflösen

Ich hoffe das hilft. Ja, leider dauert es einfach unglaublich lange. Ich bin bei soetwas selbst immer total ungeduldig. Aber früher oder später, fügt sich alles zusammen. Die Mehrfachbilder verschwinden und deine Welt wird wieder ein kleines Stück klarer.

Lass mir gerne deine Erfahrungen hier. Hast du Tipps und Tricks? Was funktioniert gut, was nicht so? Schreib es gerne unten in die Kommentare.

6 Kommentare

Füge deinen hinzu →

  1. Hallo Boris,

    danke für den neuen Blogartikel!
    Bei mir funktioniert es um so besser, je weniger ich “WILL”. Also um so entspannter und mit weniger Wollen im Tun, schieben sich die bis zu 5 Bilder übereinander und Zack…

  2. Also ich weiß nicht, Boris. Mein Nachbar ist unglaublich schlecht im Nichtstun. Ich bezweifle, dass er das kann. 🙂

  3. Fridolin Kiesewetter

    3. Juni 2017 — 18:30

    Es ist wie bei der Gartenarbeit; ich kann und soll gießen und düngen, aber wachsen muß die Pflanze selber, und zwar in ihrem eigenen Tempo, nicht in meinem. Es nützt nichts, wenn ich ungeduldig dran ziehe, sie wächst dadurch nicht schneller.

Schreibe einen Kommentar