Umgang mit Stillstand und Zweifeln – Eine neue Perspektive

Das bringt doch sowieso alles nichts. Macht es überhaupt noch Sinn, weiter zu machen? Kann das überhaupt funktionieren? Hat dieser Boris doch nur Blödsinn erzählt?

Jeder kennt Tage, an denen man alles hinschmeißen möchte. Hier verrate ich dir meine Herangehensweise: Einfach mal durchatmen, einen Tee machen und für einen Moment herauszoomen. Raus aus den Zweifeln und rein in die Vogelperspektive.

Was hast du schon erreicht?

Schau dir dein Sehweiten-Tagebuch an. Wo warst du vor ein paar Monaten, wo vor einem Jahr? Wie waren deine allerersten Werte? Wie stark war deine stärkste Brille?

Wo bist du jetzt? Was hat sich alles verbessert? Wie viel hast du schon erreicht? Ich bin mir sicher, dass du Erfolge hattest. Egal wie viel und wie schnell. Jede Verbesserung ist ein Grund zum feiern.

Ich weiß nicht, wie lange du dabei bist, aber vor ein paar Wochen, Monaten oder Jahren warst auch du überzeugt davon, dass man gegen Kurzsichtigkeit nichts machen kann. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen: Gegen Kurzsichtigkeit kannst du nichts machen. Du bist machtlos.

Zweifel

Und jetzt? Zwei Zentimeter mehr, eine viertel Dioptrie weniger? Selbst wenn du nur nicht ständig stärkeren Gläser brauchst, ist das enorm. Egal, wie viel du geschafft hast, hättest du früher geglaubt, dass es überhaupt möglich sein kann? Hättest du geglaubt, dass du herausfinden kannst, wie du Einfluss auf deine Kurzsichtigkeit nimmst?

Gute Neuigkeiten: Du hast es. Du ganz allein. Du hast Dinge geschafft, die du früher für unmöglich gehalten hast. Du hast sogar erste Erfolge gehabt. Und genau du wirst herausfinden, wie du noch mehr Erfolge haben kannst. Und auch genau du wirst herausfinden, warum es jetzt gerade nicht so gut läuft, wie du diese Phase gut überstehst und wie du schließlich deine Kurzsichtigkeit komplett in den Griff bekommst.

Du bist nicht allein

Zweifel

Wirklich. Wir alle haben mit Phasen zu kämpfen, in denen sich nichts tut. Ja, das ist frustrierend. Und ja, es wäre so viel entspannter und einfacher, wenn alles einfach durchlaufen würde, ohne, dass es mal hier und da ein wenig hakt. Aber es geht vorbei. Die Phase geht zu Ende und die Verbesserungen kommen wieder. Wir alle hatten diese Phasen, aber wir alle haben sie überlebt.

Was hast du zu verlieren?

Wie schlimm es auch sein mag, was hast du zu verlieren? Angenommen alles hier ist Blödsinn und du kannst wirklich nichts gegen Kurzsichtigkeit tun. Ja zugegeben, das wäre erstmal ziemlich bitter und enttäuschend. Und schade um deine wertvolle Zeit und um die Mühe. Aber dann? Was passiert dann? Das wars. Es tut eine Weile weh und dann kommst du darüber hinweg. Mehr passiert nicht.

Du hast nicht darauf gehört, was dir alle sagen und bist einen Schritt weiter gegangen. Du hast dem komischen Panda-Typen aus dem Internet vertraut. Alles, was er da erzählt hat, hörte sich einfach viel logischer und schlüssiger an, als all das, was man dir bisher als Erklärung anbieten konnte. Und klar, du hast es ausprobiert. Warum auch nicht?

Klarheit und innerer Frieden

Zweifel

Und vielleicht findest tatsächlich heraus, dass das alles hier für dich nicht funktioniert. Gut möglich. Aber immerhin weißt du es dann sicher. Du musst nicht mehr mir glauben und du musst nicht mehr deinem Optiker glauben. Du hast selbst die Erfahrung gemacht. Du bist das Risiko eingegangen und hast dem Ganzen eine Chance gegeben. Du hast deine eigenen Antworten gefunden.

Selbst wenn alles schief läuft, gewinnst du doch. Du gewinnst Klarheit und inneren Frieden. Du weißt es, weil du es ausprobiert hast. Du hast kein Was-Wäre-Wenn mehr. Du kannst in Seelenruhe zum Optiker gehen, dir eine Brille anpassen lassen und sie so wie früher tragen. Die Option steht dir jederzeit offen. Du hast nichts verloren.

Zweifel

Aber naaah! Als ob. Das hier ist einfach alles zu schlüssig, logisch und niedlich. Das hier macht einfach viel mehr Sinn, als die ganzen Optikerfloskeln.

Du bist ein Gewinner

Und jetzt im Ernst: Du hast schon gewonnen. Egal, wie viel du geschafft hast und wie lange sich nichts tut. Jede Dioptrie weniger, ist ein Gewinn. Mehr als du normalerweise jemals erwarten dürftest. All deine Mühe hat sich bereits ausgezahlt.

Klar, es ist verlockend, möglichst schnell, möglichst viele Dioptrien loszuwerden. Ein tolles Gefühl. Aber was machst du dann? Was machst du, wenn du morgen keine Brille mehr brauchst?

Sicher, erstmal zur Feier des Tages alleine eine Sahnetorte verdrücken. Aber dann? Zwei Wochen später ebbt die Begeisterung ab. Was fängst du dann mit deiner perfekten Fernsicht an?

Zweifel

So ausgelutscht es sich auch anhören mag: Der Weg ist das Ziel. Genieße den Prozess. An jeder Ecke warten tolle Erfahrungen. Manchmal ist es eben, geduldig mit dir selbst umzugehen und auf den Prozess zu vertrauen. Die Hoffnung nicht zu verlieren und zu lernen, an dich und deine Fähigkeiten zu glauben.

Es geht darum, dich selbst und die Welt ein kleines bisschen besser kennenzulernen. Und nebenbei verlierst du die eine oder andere Dioptrie. Oder vielleicht auch nicht. Du bist da, wo du gerade bist und das ist genau richtig. Vollkommen egal, wie viele Dioptrien deine Brille hat.

Sicher, es macht Sinn, sich konstruktiv zu überlegen, ob es einen Grund hat, dass sich nichts mehr tut. Und dann auch entsprechend zu handeln. Aber es hilft nicht, sich zu sagen, dass es anders sein sollte, als es jetzt ist. Sollte es nicht. Du wirst das durchstehen und mit neuer Kraft und neuen wertvollen Erfahrungen stärker daraus hervorgehen. Wirklich. Und ohne Quatsch!

Zweifel

Ich hoffe, ich konnte dem Ganzen einen neuen Rahmen geben. Der Schmerz kommt nicht von deiner Situation. Er kommt daher, dass du woanders sein willst, als du bist.

Was hilft dir, mit schwierigen Phasen umzugehen? Hast du noch einen Tipp? Lass mir gerne deinen Kommentar da. Ich freue mich, wenn ich noch etwas von dir lernen kann.

7 Kommentare

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  1. Hallo Boris,
    vielen, vielen Dank!
    Ich kann selbst nicht mit guten Tipps aufwarten, sondern profitiere nur und bin dankbar fürs Mutmachen.
    Am besten gefällt mir “Der Weg ist das Ziel” – die kleinen Verbesserungen (wenn sie denn merkbar sind) machen mir so eine Freude, dass mir das wohl fehlen wird, wenn die Sehkraft irgendwann (hoffentlich) wieder voll da ist 🙂
    Viele Grüße
    Ida

    • Hey Ida,

      freut mich, dass es dir hilft 🙂

      Auch bis die “Sehkraft wieder voll da ist” gibt es ja noch einen Haufen spannende Sachen zu entdecken. Und danach sicher auch 🙂

      Viele Grüße
      Boris

  2. Danke Boris für die Motivation!
    Ich habe Anfang Februar 2017 mit dem Augentraining begonnen und bin Mittlerweile von R:-6.75 sph und L:6,00 mit Hornhautverkrümmung von 1,50 beidseitig auf glaub ich Momentan 2,50cyl (ungefähr) runter. Mit der jetzigen Brille sehe ich nicht perfekt und trage sie nur selten (Arbeit, Autofahren,…) Zur Zeit fehlt es mir etwas an Motivation zum Üben und jeder “Kick” ist willkommen!😄😉
    Dank Dir!
    LG,Pia

    • Hey Pia,

      gerne 🙂 Die Motivation kommt früher oder später ganz bestimmt wieder.

      Und ja: Spazierengehen, Meditation oder was einem auch immer hilft zu entspannen, hilft meiner Erfahrung nach auch immer, besser zu sehen. Kenne ich auch von mir.

      Danke für deinen Kommentar und viele Grüße
      Boris

  3. …Übrigens helfen mir Spaziergänge in der Natur und Meditation ganz toll um besser zu sehen.😃🔆🌈

  4. Danke für diesen Text!
    Heute konnte ich als Beifahrer, ohne Brille, den Kilometerstand im Auto lesen. Was bei ursprünglich -7 Dioptrien garnicht möglich sein könnte!

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